Vietnam - Ein Absch(l)ussbericht

Wunsch & Wirklichkeit.
Wunsch & Wirklichkeit.

Warum sind die Vietnamesen so wie sie sind? Ich weis es nicht. Aber ich weis, dass es nicht immer leicht war für uns - euphemistisch ausgedrückt. Von Anfang an hatten wir Probleme mit den meisten Vietnamesen, die uns begegneten, und sie offensichtlich mit uns. Wir lassen uns ungerne bescheißen. Fast ausnahmslos wurde genau das aber mit uns versucht. Ich schreibe das auf meinen Block um den Frust und die Aggression, die ich in mir trage, endlich loszuwerden. Seit Wochen mache ich mir Gedanken, ob es richtig ist, diese Erfahrungen auf unserer Seite zu veröffentlichen, oder nicht. Ich bin zu dem Schluß gekommen: "Ja, es ist richtig. Sebastian, lass deine Wut raus" und "Wer es nicht lesen will, muss es ja nicht lesen", "Es ist meine Meinung, die auf unseren Erfahrungen beruht". Ich will mich nicht rechtfertigen müssen und tue gerade das schon wieder.
Zuviele schlechte Eindrücke in zu kurzer Zeit, deren Ausnahmen vorhanden, aber äußerst selten gewesen sind. Besonders deutlich wird es, wenn man das Verhalten der Vietnamesen im Vergleich zu ihren Nachbarn betrachtet. Keines der angrenzenden Länder hat respektlosere Menschen, verlogenere und unehrlichere Menschen. Starker Tobak; hört sich hart an. Ist es auch und soll es auch. Ein Freund von mir hat kürzlich im Internet gepostet: "Hätt' Anne Will eine Brille, ich tät' sie ihr von der Nase hauen wollen." Ich würde so eine Brille auch gerne den Vietnamesen von der Nase hauen.
"Wenn ihr, Vietnamesen, uns in eurem Land nicht haben wollt, dann sagt es doch", habe ich mir immer wieder gedacht. Aber sie wollten uns, unser Geld, und nur unser Geld. Hatten wir bezahlt, fühlten wir uns nicht mehr geduldet, zahlten wir nicht, wurden wir beleidigt. Uns wurde auf der Straße mehrmals ein "Fuck you!" hinterhergebrüllt, weil wir uns nicht bescheißen lassen wollten, wie die anderen Touristen. Fremde Menschen zeigten mit dem Finger auf uns und lachten uns aus. Zweimal wurde versucht uns auf offener Straße zu bestehlen. Der dreiste Dieb öffnete meinen Rucksack und als ich ihn stellte, versuchte er zu türmen. Wir rannten hinterher und schossen ein Foto. Als ich in einem touristischen Souvenirladen darum bat die Polizei zu verständigen, konnte plötzlich niemand mehr englisch. Der Dieb entkam, nachdem er uns noch wild beschimpft und Chihi mit Sonnenblumenkernen bespuckt hatte. Die Polizei kann generell nicht verständigt werden, weil die Polizei kein englisch spricht und sowieso lieber Schmiergeld einschiebt und sich am Straßenrand mit Teetrinken vergnügt. Wie haben wir uns allein gelassen gefühlt! Den meisten Vietnamesen scheint das auch egal zu sein, was, wie und warum so ist und um sie herum geschieht. Ob Diebstahl, Polizei, Partei, Gerechtigkeit, man schert sich einen feuchten Kericht darüber auch nur einmal ansatzweise darüber nachzudenken, geschweige diese Dinge in Frage zu stellen in diesem Land. Einem Land in dem den meisten alles, außer Geldmachen, Geldhaben und Geld zur Schaustellen, scheißegal ist. Das Land der Poser versteckt seine Intellektuellen oder sie verstecken sich selbst. Ungebildet, unreflektiert und ungeniert. So schlimm, dass es mir nicht mehr leid tut. Es tut mir auch nicht leid zu wissen wo dieses Land in 10 Jahren steht. Es wird genau da stehen, wo es heute steht und schon vor zehn Jahren gestanden hat, als ich zum ersten mal einen Monat hier verbracht habe. Der Unterschied von heute zu damals? Die Menschen haben sich offensichtlch noch mehr dem Geld verschrieben, der Tourismus ist noch mehr geworden, genau wie der Verkehr und sonst? Alles beim Alten.
Kommunismus, Sozialismus, Buddhismus. Das ich nicht lache. Mehr Fehlinterpretation scheint mir unmöglich.Wenigstens wissen wir jetzt sich man sich fühlt, wenn einem verweigert wird den regulären Preis zu bezahlen und es vorgezogen wird lieber gar kein Geschäft zu machen. Wer sich nicht abzocken lassen will ist der Depp und wer sich abzocken lässt sowieso.
In Richtung Süden wurde es besser, fernab vom Tourismus teilweise sogar schön. Wir beide möchte unsere "vietnamesische" Erfahrung nicht missen, denn wer den Schatten nicht kennt, weis die Sonne nicht zu schätzen.
Wir sind jetzt in Malaysia und von diesem "Traumland" aus scheint mir meine Erinnerung an Vietnam noch häßlicher.
Ich spar mir die vielen anderen Geschichten von Haß, Neid, Korruption, Rassismus und die Bahn für meinen nächsten Block freizuräumen.
... und der wird soo anders.

Und wenn das populitisch war, dann freut's mich. Ihr mich auch!

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Kommentare: 1
  • #1

    Hiasl (Montag, 26 April 2010 20:50)

    Yeah alter, Gib der Scheiße einen Namen. Hab mich im Gästebuch noch ziemlich vorsichtig ausgedrückt!!! Das dazugehörige mach weiter kommt von mir und meiner Tochter, von hinten wie von vorne einfach A-N-N-A.
    Big up
    Hiasl